Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte ihre Leitzinsen bei der Ratssitzung im Oktober unverändert lassen. Mit der nächsten Erhöhung um 25 Basispunkte rechnet Nordea-Analyst Jan von Gerich weiterhin im Dezember. Allerdings könnten die zunehmenden Spannungen am französischen Staatsanleihemarkt die geldpolitischen Entscheidungen beeinflussen. Der deutliche Anstieg der Renditeaufschläge französischer Staatsanleihen hat die Finanzierungsbedingungen bereits verschärft. Da höhere Renditen in Frankreich auch erhebliche Auswirkungen auf andere Teile des Euroraums haben, könnte die Entwicklung sowohl den Ton der EZB als auch den Zeitpunkt weiterer Zinsschritte verändern.
„Die EZB dürfte ihre Leitzinsen in der kommenden Woche unverändert lassen. Die nächste Zinserhöhung halten wir weiterhin im Dezember für wahrscheinlich.“
„Jede andere Entscheidung als eine Zinspause bei der am 29. Oktober endenden Sitzung des EZB-Rats wäre eine Überraschung.“
„Wir halten an unserem Basisszenario fest, das Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte im Dezember und im März 2027 vorsieht. Dadurch würde der Einlagensatz auf 3,00 Prozent steigen.“
„Sollten sich die Finanzierungsbedingungen noch einmal erheblich verschärfen, könnte die EZB ihre Leitzinsen über einen längeren Zeitraum unverändert lassen. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es allerdings verfrüht, daraus bereits entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen.“
„Eine eindeutig ungeordnete Marktreaktion, die weit über Frankreich hinausgreift, könnte jedoch die für Dezember erwartete Zinserhöhung verhindern.“