TradingKey — Am 13. August US-Ostküstenzeit überstieg der Aktienkurs von Intel (INTC) die Marke von 105 US-Dollar. Der Katalysator hinter der Kurserholung ist der kürzlich von Intel angekündigte Finanzierungsplan im Umfang von 20 Milliarden US-Dollar.
UBS erklärte, dass der in dieser Woche von Intel angekündigte Finanzierungsplan in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar die lang anhaltende Unsicherheit bezüglich des Aktienkurses voraussichtlich ausgeräumt hat. Analyst Timothy Arcuri wies darauf hin, dass diese Finanzierungsrunde zusammen mit den Anzahlungen und finanziellen Zusagen aus mehreren Foundry-Vereinbarungen, die Intel derzeit finalisiert – darunter mutmaßlich eine Partnerschaft mit Google bei der EMIB-T-Technologie, eine Beteiligung von Apple bei Chips der M-Serie sowie Aufträge von AMD, SpaceX und weiteren potenziellen Kunden – ausreicht, um die laufenden Investitionen in das Foundry-Geschäft zu sichern.
Arcuri betonte seine langfristig optimistische Haltung zu Intels Prozesskennzahlen und den Fortschritten bei der Ausbeutekurve beim 14A-Prozessknoten (der im Gegensatz zu 18A im Wesentlichen eine optische Verkleinerung des Prozessknotens darstellt). Er geht davon aus, dass dieser Knoten ein breiteres Prozessfenster aufweist und eine stärkere Anziehungskraft auf externe Kunden ausüben dürfte.
Unterdessen hob BofA Securities seine Prognose für den adressierbaren Gesamtmarkt (TAM) für Server-CPUs bis 2030 auf über 210 Milliarden US-Dollar an. Dies entspricht einem Anstieg von mehr als 20 % gegenüber der vorherigen Schätzung von rund 170 Milliarden US-Dollar. Zudem schraubte das Institut die erwartete durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 30 % auf 36 % hoch.
BofA erwartet, dass sich das Verhältnis von CPUs zu GPUs von etwa 1:4 in der Trainingsphase auf etwa 1:2 in der KI-Inferenzphase verringern und sich in der Ära der agentischen KI schließlich einem Verhältnis von 1:1 annähern wird. Dies bedeutet, dass CPUs bis 2030 etwa 10 % des gesamten Rechenzentrum-System-TAM von rund 2,2 Billionen US-Dollar ausmachen werden, verglichen mit weniger als 7 % in der Trainingsphase der Jahre 2024–2025.
Allerdings merkte BofA an, dass das ARM-Ökosystem auf Basis der Marktanteilsprognosen der größte Gewinner sein wird. BofA schätzt, dass kommerzielle ARM-CPUs (darunter Nvidia Vera, ARM AGI, Qualcomm-CPUs usw.) bis 2030 etwa 38 % des wertmäßigen Server-CPU-Marktanteils ausmachen werden, während kundenspezifische ARM-CPUs (darunter AWS Graviton, Google Axion, Microsoft Cobalt usw.) rund 9 % beisteuern dürften, was zusammen fast 47 % ergibt.
Es wird erwartet, dass AMD einen wertmäßigen Marktanteil von rund 31 % behaupten kann, während der Anteil von Intel voraussichtlich von etwa 34 % im Jahr 2026 auf rund 22 % sinken wird – obwohl Intels absoluter Umsatz weiterhin mit einer CAGR von etwa 22 % wachsen dürfte.

Intel-Aktienkurs-Chart (2 Stunden), Quelle: TradingView
Nachdem der Aktienkurs von Intel in der Nähe seines periodischen Tiefs (81,80 US-Dollar) einen Boden gefunden hat, setzte er seine Erholung fort und durchbrach kürzlich die gleitenden Durchschnitte der letzten 5, 10, 20, 40 und 80 Tage, wobei kurzfristig die Bullen das Geschehen dominieren. Der aktuelle Kurs nähert sich seinem bisherigen Hoch (106,85 US-Dollar) und geht von einer Erholung auf niedrigem Niveau in eine Testphase für den Ausbruch über das vorherige Hoch über.
Blick auf die gleitenden Durchschnitte: Die 5- und 10-Tage-Linien beschleunigen nach oben, während die 20-, 40- und 80-Tage-Linien unter dem Kurs verlaufen und so die kurz- bis mittelfristige Indikatorenstruktur stärken. Nach dem raschen Anstieg notiert der Kurs nun jedoch nahe dem vorherigen Hoch und der darüber liegenden Widerstandszone. Ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb des Widerstands ist daher deutlich entscheidender als ein reiner Intraday-Ausbruch.
Was das Kurspotenzial nach oben betrifft: Hält sich die Aktie stabil über 106,85 US-Dollar, liegt das nächste Ziel beim 1,272-Fibonacci-Extension-Level (113,66 US-Dollar). Ein stärkerer Widerstand befindet sich beim 1,618-Fibonacci-Extension-Level (122,32 US-Dollar).
Zu beachten ist, dass INTC kontinuierlich zugelegt hat und sich seinem bisherigen Hoch von 106,85 US-Dollar nähert. Sollte das Handelsvolumen beim Ausbruch unzureichend sein, könnte es nach dem Anstieg zu einem Rücksetzer oder einem erneuten Test zur Bestätigung kommen.
Als kurzfristige Unterstützung steht vor allem das 0,786-Fibonacci-Retracement-Niveau (101,49 US-Dollar) im Fokus. In Kombination mit der Unterstützung nahe den gleitenden 20- und 40-Tage-Durchschnitten dient diese Marke als zentraler Dreh- und Angelpunkt für den Fortbestand der aktuellen Rally. Fällt der Kurs wieder unter das 0,786-Fibonacci-Retracement (101,49 US-Dollar), würde dies auf ein nachlassendes Ausbruchsmomentum hindeuten, und der Rücksetzer könnte sich bis in den Bereich von 97,28 US-Dollar ausweiten.