TradingKey – Am 26. August US-Ostküstenzeit berichtete Reuters unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass das chinesische KI-Startup Moonshot AI Verhandlungen mit Microsoft (MSFT) Azure, Amazon (AMZN) AWS und Google (GOOGL) Cloud über eine Umsatzbeteiligungsvereinbarung für sein KI-Großmodell Kimi K3 führt.

[Quelle: Reuters]
Den Kreisen zufolge strebt Moonshot AI einen Anteil von bis zu 30 % an den Einnahmen an, die durch K3-bezogene Dienste auf den drei großen Cloud-Plattformen generiert werden. Die Verhandlungen befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium, und zahlreiche Details zu konkreten Bedingungen wie Umsatzbeteiligungsmechanismen, Datenzugriffsrechten und Audits der Token-Nutzung sind noch nicht abgeschlossen. Moonshot AI hat nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme reagiert, während Microsoft, Amazon und Google eine Stellungnahme ablehnten.
Im Juli dieses Jahres stellte Moonshot AI die Basisversion des Kimi-K3-Modells als Open Source zur Verfügung. Mit insgesamt 2,8 Billionen Parametern ist es gemessen an der Parameteranzahl das weltweit größte Open-Source-Großmodell. Das Modell unterstützt von Haus aus visuelles Verständnis und verfügt über ein Kontextfenster von 1 Million Token, womit es bei Benchmarks wie Programmierung und multimodalem Verständnis zur weltweiten Spitze gehört. Die leistungsfähigeren Reasoning- und Multimodal-Versionen von Kimi K3 bleiben jedoch Closed-Source und sind nur über eine API verfügbar.
Die Verhandlungen finden vor dem Hintergrund der andauernden US-Beschränkungen für den Export fortschrittlicher KI-Chips nach China statt. Ende Juli beschuldigte Michael Kratsios, Direktor des White House Office of Science and Technology Policy, Moonshot AI öffentlich, Kimi K3 durch das „Destillieren“ von Anthropic-Modellen entwickelt zu haben.
Unterdessen haben das US-Handelsministerium und das US-Finanzministerium Untersuchungen darüber eingeleitet, ob das Unternehmen eingeschränkte Chips unrechtmäßig über Überseekanäle bezogen hat. Als Reaktion darauf sprachen Beamte, darunter US-Finanzminister Bessent, explizite Warnungen aus, dass die Möglichkeit einer künftigen Aufnahme in Handelsbeschränkungslisten wie die Entity List nicht ausgeschlossen werden könne.
An der Finanzierungsfront schloss Moonshot AI im Juli eine Serie-F-Finanzierungsrunde über mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar ab und erreichte eine Post-Money-Bewertung von 35 Milliarden US-Dollar. Eine Pre-IPO-Runde (Serie G), die ursprünglich im August mit einer Pre-Money-Bewertung von 50 Milliarden US-Dollar starten sollte, läuft weiterhin.
Sollte die Umsatzbeteiligungsvereinbarung mit den drei großen Cloud-Giganten zustande kommen, wäre Moonshot AI das erste chinesische KI-Unternehmen, das Einnahmen direkt über US-amerikanische Cloud-Plattformen erzielt. Angesichts des aktuellen regulatorischen Umfelds bleibt es jedoch höchst ungewiss, ob der Deal die US-Prüfung bestehen kann.