TradingKey – Am Donnerstagmorgen Ortszeit kam es bei mehreren großen US-amerikanischen KI-Plattformen zu Dienstunterbrechungen. Dem Netzwerk-Überwachungsportal Downdetector zufolge verzeichneten OpenAI, Claude von Anthropic, Grok von Elon Musks xAI sowie das KI-Programmier-Tool Cursor eine hohe Anzahl von Störungsmeldungen durch Nutzer.
Dabei traten Dienstprobleme bei Grok und Claude erstmals gegen 9:00 Uhr US-Ostküstenzeit auf, während die Störungsmeldungen bei OpenAI gegen 10:30 Uhr sprunghaft anstiegen. Die zeitgleichen Ausfälle bei mehreren KI-Plattformen innerhalb eines kurzen Zeitraums schürten am Markt Bedenken hinsichtlich der Stabilität der Cloud-Computing-Infrastruktur.
OpenAI gab bekannt, dass das Unternehmen erhöhte Fehlerraten untersucht, die seinen Chatbot ChatGPT und das KI-Programmiertool Codex betreffen. Daten von Downdetector zeigten, dass die Nutzermeldungen über Serviceausfälle bei OpenAI 12.000 überschritten haben.
Anthropic teilte mit, dass das Unternehmen Fehler beim Claude-Dienst untersuche und an einer Behebung arbeite. Der Dienst für einige Modelle wurde wiederhergestellt, bei Opus 4.8 und Opus 5 kommt es jedoch weiterhin zu Störungen. Einige Nutzer erhielten die Meldung: „Aufgrund unerwarteter Kapazitätsengpässe kann Claude nicht auf Ihre Nachricht antworten. Bitte versuchen Sie es später erneut.“
Auch bei Grok kam es zu Zugriffsproblemen. Zu den Fehlermeldungen gehörten „Grok hat derzeit Probleme, und wir arbeiten daran, den Dienst so schnell wie möglich wiederherzustellen“ und „Dieses Modell ist vorübergehend nicht verfügbar, bitte versuchen Sie ein anderes Modell“. Daten von Downdetector zeigten, dass für Claude und Grok etwa 1.200 bzw. 1.000 Problemberichte eingingen.
Dieser KI-Dienstausfall betraf auch das KI-Programmier-Tool Cursor. Da Cursor bei einem Teil seiner Funktionen zur Codegenerierung und unterstützten Entwicklung auf externe große Modelle angewiesen ist, wirkten sich Dienstunterbrechungen bei Claude und Grok ebenfalls auf dessen Funktionalität aus.
KI-Modelle haben sich allmählich zu grundlegenden Bausteinen für Workflows wie Softwareentwicklung, Textgenerierung, Unternehmensautomatisierung und Kundenservice entwickelt. Gleichzeitige Ausfälle bei mehreren Modellanbietern bedeuten, dass die Auswirkungen über einen einzelnen Chatbot hinausgehen und sich auf Entwicklungstools und Unternehmensanwendungen ausweiten könnten.
Derzeit ist die eigentliche Ursache des Dienstausfalls von den beteiligten Unternehmen noch nicht offiziell bestätigt worden. Allerdings ist ein spürbarer Anstieg der Störungsmeldungen bei Microsoft Azure im selben Zeitraum als potenzieller Anlass zur Sorge hervorgetreten.
OpenAI, Anthropic und xAI greifen für ihre Rechenleistung alle auf Cloud-Dienste wie Azure zurück, wenngleich ihre Infrastruktur in der Regel auch Ressourcen anderer Cloud-Anbieter einbindet. Sollte es bei Azure zu regionalen Störungen oder Ausfällen von Kerndiensten kommen, könnte dies einen Dominoeffekt auf KI-Plattformen auslösen, die auf deren Rechen-, Netzwerk- oder Speicherkapazitäten angewiesen sind.
Google Gemini scheint von diesem Ausfall derzeit nicht betroffen zu sein. Obwohl die Nutzermeldungen im selben Zeitraum zunahmen, hat Google keine Störung des Dienstes für Gemini bestätigt.
Während Ausfälle einzelner KI-Plattformen nicht ungewöhnlich sind, kommt es relativ selten vor, dass ChatGPT, Claude und Grok im selben Zeitraum von Dienstunterbrechungen betroffen sind. Dieser Vorfall verdeutlicht einmal mehr, dass mit der tiefen Verankerung generativer KI in den Arbeitsabläufen von Unternehmen und Entwicklern die Verfügbarkeit von Modelldiensten und die Stabilität der Cloud-Computing-Infrastruktur zu zentralen Variablen im Wettbewerb der Branche werden.
Für Unternehmenskunden könnten der Zugriff auf mehrere Modelle, Strategien zur abgestuften Dienstbereitstellung sowie die Bereitstellung von Backup-Cloud-Ressourcen für KI-Anwendungen der Schlüssel sein, um das Risiko großflächiger Dienstunterbrechungen zu minimieren.