AUD/USD setzt seine Gewinnserie am vierten Handelstag in Folge fort und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Freitag um 0,7200. Das Währungspaar legt zu, da der Australische Dollar (AUD) kräftige Unterstützung durch steigende Wetten auf eine Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia (RBA) erhält. Dieser straffere geldpolitische Ausblick folgt auf einen heißer als erwarteten Inflationsbericht für Juli.
Mehrere große Banken haben ihre Prognosen für den Cash Rate angepasst. Die National Australia Bank (NAB) erwartet nun, dass der Cash Rate im nächsten Monat 4,6% erreichen wird, während die Commonwealth Bank of Australia (CBA) und ANZ einen Schritt im November erwarten, wenngleich sie die Möglichkeit einer früheren Straffung einräumen. Die Finanzmärkte haben sich entsprechend angepasst und preisen für die Sitzung der RBA im September nun eine Wahrscheinlichkeit von rund 50% für eine Zinserhöhung ein, nach zuvor nur 17%, während eine Zinserhöhung im November vollständig eingepreist ist.
Strategen bei Societe Generale argumentieren, dass das breitere FX-Umfeld weiterhin höher verzinsliche Währungen begünstigt, solange die US-Politik die Anleihemärkte in Schach hält. Sie vertreten die Ansicht, dass „solange die USA versuchen, die Treasury-Renditen zu deckeln, und solange sich das US-Wachstum hält, es im EM-Bereich bessere FX-Longs geben wird als in DM, und die Nachfrage nach der renditestärksten Währung der G10, dem AUD, anhalten wird.“
Unterdessen richten Devisenhändler ihren Fokus auf das jährliche Wirtschaftssymposium in Jackson Hole, Wyoming. Marktteilnehmer beobachten aufmerksam eine bevorstehende Rede des Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, und suchen nach möglichen Signalen zur Richtung der US-Geldpolitik und der Zinsen.
Im Tages-Chart notiert AUD/USD bei 0,7200. Das Paar behält kurzfristig eine bullische Tendenz bei, da sich der Kurs komfortabel über dem neun- und dem 50-Tage Exponential Moving Average (EMA) hält, wodurch die kurz- und mittelfristigen Trendprofile weiter nach oben ausgerichtet bleiben. Der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) bei 70,7 ist in überkauftes Terrain vorgedrungen, was auf ein starkes, nach dem jüngsten Anstieg aber möglicherweise überdehntes Aufwärtsmomentum hindeutet.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim neun-Tage-EMA um 0,7160, gefolgt vom 50-Tage-EMA nahe 0,7070, wo ein tieferer Pullback voraussichtlich Dip-Käufer anziehen würde, solange der breitere Aufwärtstrend intakt bleibt. Unter diesen dynamischen Unterstützungen liegen weitere horizontale Unterstützungen bei 0,6688, vor 0,6434 und 0,6348, Niveaus, die die untere Begrenzung der breiteren bullischen Struktur definieren und nur dann in Frage gestellt werden dürften, wenn sich die Stimmung deutlich verschlechtert.
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Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.