Der Goldpreis (XAU/USD) zieht während der asiatischen Handelsstunden am Freitag einige Verkäufer in den Bereich um 4.580 USD an. Das Edelmetall gibt von einem Drei-Monats-Hoch nach, da die im Rahmen der Erwartungen liegenden US-Inflationsdaten die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) untermauert haben. Händler warten auf die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh auf dem Jackson-Hole-Wirtschaftssymposium am Freitag, um neue Impulse zu erhalten.
Die Kerninflation des Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, blieb im Juli im Jahresvergleich bei 3,3 % stabil, wie das US Bureau of Economic Analysis (BEA) am Mittwoch mitteilte. Dieser Wert entsprach den Markterwartungen. Auf Monatsbasis stiegen sowohl der Gesamt-PCE-Preisindex als auch der Kern-PCE-Preisindex im Juli um 0,2 %.
Nach der Veröffentlichung der Daten erhöhten die Marktteilnehmer ihre Wetten auf eine Zinserhöhung im September deutlich. Laut dem CME FedWatch Tool stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im September auf 40 % von 36 % vor der Veröffentlichung der Daten. Dies wiederum könnte auf das gelbe Metall drücken. Gold wird häufig als Absicherung gegen Inflation verwendet, wirft jedoch keine Zinsen ab, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Andererseits könnte der Optimismus hinsichtlich einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus inmitten diplomatischer Bemühungen unter Einbeziehung des Iran und Omans die durch Öl getriebenen Inflationssorgen lindern und den Abwärtsspielraum für Gold begrenzen.
Irans Sicherheitschef Mohsen Rezaei sagte am Freitag, Teheran bereite als Reaktion auf eine Bitte der Vermittler eine Liste seiner Bedingungen für die Öffnung der Straße von Hormus vor, und fügte hinzu, dass zu den Bedingungen ein Ende des Krieges in der Region gehöre, so Reuters.
Laut TD Securities bleibt eine Veränderung im Ton von Fed-Chef Warsh ein wesentliches Risiko für das Edelmetall, wobei die Bank warnt, dass "ein stärker hawkisher Ton von Fed-Chef Warsh ein Auslöser für eine gewisse Umkehr beim gelben Metall wäre." Die Strategen argumentieren jedoch, dass "die Messlatte wahrscheinlich hoch liegt, um die verbesserte Stimmung bei Edelmetallen umzukehren," was darauf hindeutet, dass jede geldpolitische Überraschung erheblich ausfallen müsste, um den derzeit konstruktiven Hintergrund für Gold spürbar zu beeinträchtigen.
Auf dem Tages-Chart hält sich XAU/USD deutlich über seinem 100-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) und dem mittleren Bollinger-Band der 20-Tage-Linie, wodurch der kurzfristige Bias trotz des jüngsten Pullbacks von den Rekordhochs bullish bleibt. Der Relative Strength Index (14) um 65 zeigt ein positives Momentum, liegt jedoch noch unter dem extrem überkauften Bereich, was darauf hindeutet, dass der Aufwärtsdruck anhält, auch wenn die Nähe zum überkauften Terrain darauf schließen lässt, dass der Anstieg mühsamer werden könnte, je weiter sich der Preis von der zugrunde liegenden Trendunterstützung entfernt.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand beim oberen Bollinger-Band der 20-Tage-Linie nahe 4.760 USD, wo frühere Aufwärtsausdehnungen erneut auf Verkaufsinteresse stoßen könnten. Auf der Unterseite ist die erste Unterstützung im aktuellen Bereich nahe 4.585 USD zu sehen, wobei stärkere Nachfrage am mittleren Bollinger-Band bei 4.415 USD und am 100-Tage-SMA bei 4.375 USD erwartet wird; ein tieferer Rückgang in Richtung des unteren Bollinger-Bands bei 4.073,52 USD käme erst dann in den Blick, wenn diese Trendunterstützungen nachgeben, was derzeit weniger wahrscheinlich erscheint, solange das tägliche Momentum konstruktiv bleibt.
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Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.