Der mexikanische Peso gehört seit Anfang September zu den größten Verlierern unter den Schwellenländerwährungen. Nach Einschätzung von ING-Devisenstratege Chris Turner belasten vor allem die zurückhaltenden geldpolitischen Signale der mexikanischen Notenbank Banxico und der schrumpfende Zinsabstand zur US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Sollte die Banxico bei ihrer Sitzung am 5. November nicht überraschend einen restriktiveren Kurs einschlagen, dürfte die mexikanische Währung anfällig bleiben. Zusätzlichen Druck könnten die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) hervorgehobenen umfangreichen mexikanischen Anlagen in US-Technologiewerten ausüben. Turner rechnet deshalb damit, dass USD/MXN in den kommenden Wochen in Richtung 19,00 bis 19,10 steigt.
„Seit die US-Zinsen Anfang September kräftig gestiegen sind, hat sich der mexikanische Peso mit Abstand am schlechtesten unter den Schwellenländerwährungen entwickelt. Gegenüber dem US-Dollar hat er fast acht Prozent an Wert verloren. Die zweitschwächste Währung ist der rumänische Leu mit einem Minus von rund vier Prozent.“
„Besonders belastet wurde der Peso durch die zurückhaltenden Äußerungen der Banxico. Die mexikanische Notenbank hat deutlich gemacht, dass sie die Zinserhöhungen der Fed nicht automatisch nachvollziehen will. Sollte die Banxico auf eine erwartete Zinserhöhung der Fed im Dezember nicht ebenfalls mit höheren Zinsen reagieren, würde der Zinsabstand zwischen beiden Notenbanken auf den niedrigsten jemals verzeichneten Wert sinken. Gerade in einer schwierigen Phase für risikobehaftete Anlagen würde dies den Peso zusätzlich unter Druck setzen.“
„Sofern die Banxico bei ihrer Sitzung am 5. November nicht überraschend einen restriktiveren geldpolitischen Kurs signalisiert, rechnen wir damit, dass der Peso anfällig bleibt.“
„Im Finanzstabilitätsbericht des Internationalen Währungsfonds wird darauf hingewiesen, dass nahezu sämtliche ausländischen Portfolioinvestitionen Mexikos auf US-Wertpapiere entfallen. Der IWF wertet dies als Ausdruck des Bestrebens, vom Boom rund um künstliche Intelligenz zu profitieren.“
„Die Turbulenzen im Technologiesektor könnten daher auch den Peso belasten. Für USD/MXN zeichnet sich in den kommenden Wochen ein Anstieg in Richtung 19,00 bis 19,10 ab. Die Banxico hat dem Peso mit ihrer Geldpolitik erheblich zugesetzt.“