Der Bitcoin hat sich über die Marke von 76.000 Dollar erholt und damit die Erwartungen gestärkt, dass die Kryptowährung kurzfristig wieder die Schwelle von 80.000 Dollar erreichen könnte. Analysten verweisen auf eine steigende institutionelle Nachfrage sowie eine verbesserte Marktstruktur als Treiber für weiteres Aufwärtspotenzial.
Der jüngste Kursanstieg wurde maßgeblich durch kräftige Zuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs sowie anhaltende Käufe großer Unternehmen getragen.
Bitcoin-ETFs verzeichneten in den fünf US-Handelstagen bis zum 21. April Nettozuflüsse in Höhe von 1,12 Milliarden Dollar und signalisierten damit eine Rückkehr institutioneller Nachfrage nach Monaten anhaltender Abflüsse. Im vergangenen Monat summierten sich die Nettozuflüsse laut Daten von SoSoValue auf 1,87 Milliarden Dollar.
Die starken Kapitalzuflüsse deuten darauf hin, dass die Erholung des Bitcoins vor allem von institutionellen Investoren getragen wird und weniger von kurzfristig orientiertem spekulativem Kapital, sagte Gabe Selby, Leiter Research bei CF Benchmarks, gegenüber FXStreet.
„Das schiere Ausmaß dieser Kapitalströme spricht dafür, dass es sich eher um Gelder institutioneller Anleger wie Vermögensberater und große Wealth-Management-Kanäle handelt als um kurzfristige Retail- oder Hedgefonds-Ströme“, sagte Selby.
Zusätzliche Unterstützung kam durch Käufe von Strategy, das in der vergangenen Woche 34.164 Bitcoins im Wert von rund 2,54 Milliarden Dollar erwarb. Selby ergänzte, dass diese Käufe die Nachfrage auf Niveaus deutlich unterhalb des Höchststands vom Oktober 2025 gestärkt hätten.
Zudem nahm Bitcoin wieder eine stärkere Korrelation mit Aktien auf. Die 90-Tage-Korrelation mit dem Nasdaq-100 stieg von 0,49 Anfang Oktober auf 0,58 per 21. April. Dies deutet darauf hin, dass die Stärke an den Aktienmärkten die aktuelle Rally zusätzlich stützen könnte.
Trotz der verbesserten Dynamik deuten On-Chain-Daten darauf hin, dass die Marke von 80.000 Dollar eine entscheidende Bewährungsprobe darstellen könnte. Daten von CryptoQuant zeigen, dass der realisierte Preis für Investoren in Bitcoin-ETFs bei rund 76.400 Dollar liegt und damit nahe den aktuellen Kassapreisen von über 78.000 Dollar. Damit nähert sich diese Anlegergruppe erstmals seit Ende Januar wieder der Gewinnschwelle.
Auch der realisierte Preis kurzfristig orientierter Großinvestoren liegt mit etwa 79.600 Dollar leicht über dem aktuellen Marktniveau. Diese Gruppe befindet sich seit November insgesamt im Verlust, wobei sich die nicht realisierten Verluste auf rund 4,3 Milliarden Dollar belaufen.
CryptoQuant zufolge sorgt die Annäherung beider Anlegergruppen an ihre Einstiegspreise für eine sensible Marktlage, da Investoren nach zuvor erlittenen Verlusten dazu neigen könnten, bei Erreichen der Gewinnschwelle auszusteigen.
„Das Muster entspricht dem, was verhaltensorientierte On-Chain-Analysen immer wieder zeigen: Sobald gebundenes Kapital wieder die Gewinnschwelle erreicht, nimmt der Verkaufsdruck tendenziell zu. Dieses Szenario könnte sich nun erneut abzeichnen“, schrieb CryptoQuant-Analyst MorenoDV.
Er ergänzte, ein nachhaltiger Anstieg über 80.000 Dollar würde signalisieren, dass sich der Widerstand in eine Unterstützung verwandelt hat. Ein Scheitern an dieser Marke könnte hingegen im weiteren Verlauf des zweiten Quartals eine Konsolidierungsphase auslösen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert Bitcoin bei 78.300 Dollar.