Analysten von Nomura sehen in den Einkaufsmanagerindizes (PMI) für April Hinweise auf wachsende Stagflationsrisiken im Euroraum. Während die wirtschaftliche Aktivität nachlasse, seien die Preisindizes auf Niveaus gestiegen, die zuletzt 2022/23 erreicht worden seien. Der zusammengesetzte PMI für den Euroraum fiel unter die Marke von 50 Punkten, was vor allem auf eine schwächere Entwicklung im Dienstleistungssektor zurückzuführen sei. Die Industrie habe sich dagegen widerstandsfähig gezeigt, wobei Unternehmen offenbar ihre Einkäufe vorgezogen hätten, um sich gegen mögliche Liefer- und Energieschocks infolge eines Iran-Kriegs abzusichern.
„Die europäischen PMIs für April verdeutlichen Stagflationsrisiken, da die Preisindizes auf breiter Front auf Niveaus gestiegen sind, die seit 2022/23 nicht mehr erreicht wurden.“
„Die Output-Indizes der PMIs im Euroraum zeigten insgesamt eine nachlassende wirtschaftliche Aktivität; die Industrie erwies sich jedoch als überraschend robust.“
„Am besorgniserregendsten in den April-Daten waren die deutlichen Anstiege bei den Preis-PMIs in ganz Europa, die mit höheren Energiepreisen infolge des Iran-Kriegs zusammenhängen.“
„Der Output-Preisindex des zusammengesetzten PMI im Euroraum stieg um 3,2 Punkte auf 57,0 und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang 2023. Gleichzeitig legte der Input-Preisindex um 3,1 Punkte auf 68,4 zu, wobei die Anstiege in der Industrie stärker ausfielen als im Dienstleistungssektor.“
„Die Anstiege bei den Output-Preisindizes fallen stärker aus als im März, was darauf hindeutet, dass Unternehmen höhere Kosten zunehmend an ihre Kunden weitergeben.“